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Was in der Pubertät wirklich mit deiner Haut passiert

31. Juli
4 Min. Lesezeit

Irgendwann zwischen elf und vierzehn verändert sich die Haut, und zwar ziemlich abrupt. Vorher war da nichts, plötzlich glänzt die Stirn nach zwei Stunden, die Nase hat schwarze Punkte und morgens sitzt ein Pickel genau da, wo er am meisten stört.


Die üblichen Erklärungen von außen sind meistens Quatsch. Es liegt nicht an Schokolade, nicht daran, dass du dich zu wenig wäschst, und schon gar nicht an fehlender Disziplin. Was tatsächlich passiert, spielt sich ein paar Zehntelmillimeter unter der Oberfläche ab, und wenn du es einmal verstanden hast, ergeben plötzlich viele Ratschläge Sinn oder eben keinen.

Es beginnt mit Hormonen, nicht mit Bakterien

Zu Beginn der Pubertät steigt bei allen der Spiegel bestimmter Hormone, der Androgene. Testosteron ist das bekannteste davon, aber Mädchen produzieren es ebenfalls, nur in geringerer Menge. Diese Hormone steuern eine Menge Dinge im Körper. Eines davon: Sie docken an Rezeptoren in den Talgdrüsen an und drehen dort die Produktion hoch.


Talgdrüsen sitzen an fast jedem Haarfollikel und geben ein Fettgemisch ab, das die Haut geschmeidig hält. Besonders viele davon hast du an Stirn, Nase, Kinn, Brust und oberem Rücken. Genau die Zonen also, in denen die meisten Leute ihre Unreinheiten bekommen. Das ist kein Zufall, sondern reine Anatomie.


Mehr Androgene bedeutet also mehr Talg. Das allein wäre noch kein Problem, es würde nur glänzen. Der Ärger entsteht durch einen zweiten Effekt.

Der Ausgang verstopft

In einem gesunden Follikel wandern abgestorbene Hornzellen nach außen und fallen ab. In der Pubertät gerät dieser Prozess bei vielen aus dem Takt: Die Zellen im Follikelkanal verhornen stärker und lösen sich schlechter voneinander. Fachleute nennen das follikuläre Hyperkeratose, du kannst es dir als verklebten Abfluss vorstellen.


Jetzt kommt beides zusammen. Von unten drückt mehr Talg nach, oben ist der Kanal enger geworden. Es staut sich. Aus diesem Stau entsteht zuerst ein Mikrokomedo, so klein, dass du ihn nicht siehst. Wächst er weiter, wird daraus ein Mitesser.


Ob der schwarz oder weiß ist, hängt nur davon ab, ob der Kanal oben offen ist. Bei einem offenen Mitesser hat der Inhalt Kontakt zur Luft, das enthaltene Pigment verfärbt sich dunkel. Das ist übrigens der Grund, warum Schrubben nichts bringt: Der schwarze Punkt ist kein Dreck. Du kannst ihn nicht wegwaschen, weil er nicht auf der Haut liegt, sondern darin.

Und dann kommt die Entzündung

Im Talg lebt ein Bakterium namens Cutibacterium acnes. Es gehört zur normalen Hautflora und ist bei jedem Menschen vorhanden, auch bei Leuten mit makelloser Haut. Es ist kein Eindringling.


In einem verstopften, talggefüllten Follikel findet es allerdings ideale Bedingungen: viel Nahrung, kein Sauerstoff. Es vermehrt sich, zersetzt Fette und setzt dabei Stoffe frei, die das Immunsystem auf den Plan rufen. Der Körper schickt Abwehrzellen, das Gewebe schwillt an, wird rot und warm.


Das ist der Moment, in dem aus dem unsichtbaren Mitesser ein Pickel wird. Und weil eine Entzündung immer ein aktiver Prozess des eigenen Körpers ist, gilt: Ein Pickel ist keine Verschmutzung, sondern eine Reaktion. Deshalb hilft mehr Waschen nicht.


Zwischen 50 und 95 Prozent aller Jugendlichen sind davon in irgendeiner Form betroffen. Wenn du gerade das Gefühl hast, alle anderen hätten glatte Haut: Sie haben Filter, gute Beleuchtung und meistens dieselben Pickel wie du.

Was den Verlauf beeinflusst und was nicht

Genetik. Der mit Abstand größte Faktor. Wie stark deine Talgdrüsen auf Hormone reagieren, ist weitgehend veranlagt. Wenn deine Eltern in der Pubertät stark betroffen waren, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es dich auch trifft. Unfair, aber so ist es.


Ernährung. Hier hat sich die Studienlage in den letzten Jahren tatsächlich verschoben. Einen Zusammenhang sieht man am ehesten bei Lebensmitteln mit hohem glykämischen Index, also stark zuckerhaltigen und schnell verwertbaren Kohlenhydraten, sowie bei Kuhmilch. Beides beeinflusst den Insulinspiegel, der wiederum in die Hormonregulation hineinspielt. Das heißt nicht, dass du nie wieder Cola trinken darfst. Es heißt: Wenn dein Alltag zu großen Teilen aus Weißmehl, Süßigkeiten und Milch besteht, kann eine Umstellung etwas bringen. Reine Schokolade als Einzeltäter dagegen ist eine alte Behauptung, für die es nie gute Belege gab.


Stress und Schlaf. Beeinflussen den Hormonhaushalt und damit indirekt auch die Haut. Vor Prüfungsphasen wird es bei vielen schlechter, das bildest du dir nicht ein.


Hygiene. Praktisch kein Faktor, solange du dich normal wäschst. Zu häufiges und zu scharfes Reinigen macht es eher schlechter, weil es die Schutzschicht der Haut angreift.

Was du sinnvoll tun kannst

Die Talgproduktion selbst kannst du mit Pflege nicht abstellen, die läuft über Hormone. Was du beeinflussen kannst, ist alles danach: dass sich weniger staut und dass die Haut nicht zusätzlich gereizt wird.


Reinigen, morgens und abends. Überschüssiger Talg und Rückstände runter, ohne die Haut leerzuräumen. Zweimal täglich reicht, öfter bringt nichts.


Nachpflegen, auch bei öliger Haut. Klingt widersprüchlich, ist aber wichtig. Eine intakte Hautschutzschicht ist widerstandsfähiger. Nimm eine leichte Textur, keine schwere Creme.


Gezielt behandeln statt flächig. Wenn du etwas gegen einzelne Unreinheiten benutzt, dann punktuell auf die Stelle.


Finger weg. Ausdrücken macht die Entzündung tiefer und erhöht das Risiko für dunkle Flecken und Narben.


Geduld einplanen. Ein Mikrokomedo braucht Wochen, bis er sich zeigt. Umgekehrt sieht man Veränderungen bei einer neuen Routine deshalb frühestens nach vier bis acht Wochen. Wer nach fünf Tagen wechselt, wird nie erfahren, ob etwas funktioniert hätte.


Und der wichtigste Punkt zum Schluss: Wenn du tiefe, schmerzhafte Knoten unter der Haut hast, größere entzündete Bereiche oder bereits Narben, ist das kein Fall für Kosmetik. Dann gehört das in dermatologische Hände, und zwar früh. Je eher behandelt wird, desto weniger bleibt zurück.


Für alles darunter, also die ganz normale unreine Haut in der Pubertät, gilt: Eine ruhige, einfache Routine, konsequent durchgezogen, bringt mehr als alle drei Wochen ein neues Wundermittel. ---- Genau dafür ist der CirclLab-Loop gebaut: Clean Loop für die tägliche Reinigung, Clear Spot Loop gezielt auf einzelne Unreinheiten. Vier Schritte, wenige Inhaltsstoffe, jeden Tag dasselbe.

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